Anna loves Strauss

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Das Johann-Strauß-Denkmal im Wiener Stadtpark

Bildhauer war Edmund Hellmer (1850-1935). Die Enthüllung fand am 26. Juni 1921 statt. 

Donauweibchen und Paare umschweben den Komponisten.

Die Geschichte der Entstehung des weltberühmten Touristenmagneten erstreckt sich über fast 20 Jahre. 1903 konstituierte sich ein Komitee für die Errichtung eines Denkmals zu Ehren des Komponisten Johann Strauß Sohn und wandte sich mit einem Aufruf an die Bevölkerung Wiens, um die Finanzierung dieses Projektes zu gewährleisten (Der Wiener Männergesang-Verein unterstützte das Vorhaben mit einer Reihe von Konzerten). Der Gemeinderat unterstützte 1905 das geplante Vorhaben mit einer Summe von 10.000 Kronen. Zu diesem Zeitpunkt war noch der Franz-Josefs-Kai als Aufstellungsort vorgesehen. 

1906 wurde ein Wettbewerb ausgerufen, mit dem Ziel, ein Denkmal zu schaffen, welches Strauß nicht nur als den “Klassiker des Walzers und der Operette, sondern auch als Inbegriff des musikalischen Wienertums” würdigen sollte. Der Entwurf des akademischen Bildhauers Edmund Hellmer wurde einstimmig vom Komitee genehmigt. 1907 wurde dann der heutige Standort im Stadtpark festgelegt. 

Die Durchführung und Aufstellung verzögerte sich allerdings – da es permanent Probleme bei der Finanzierung gab. Dann kam der Erste Weltkrieg und erst nach dem 1. Weltkrieg bewilligte der Gemeinderat am 23. 1. 1920 einen Kostenzuschuss. Am 26. Juni 1921 konnte schließlich die Enthüllung erfolgen.

Zur Denkmalenthüllung hatte sich Bundespräsident Dr. Michael Hainisch angesagt. (Dr. Hainisch, 1958-1940, war von 1920 bis 1928 erster Bundespräsident der Republik Österreich). Nach dem Enthüllungsakt wurden Kränze vom Johann Strauß-Denkmal-Komitee, dem Wiener Männergesang-Verein, von der Stadt Wien, der Gesellschaft der Musikfreund usw. niedergelegt. In der Wiener Zeitung vom Sonntag, 26. Juni 1921. S. 3 konnte man lesen: „Es ist ein Monument des Frohsinns…,das das einstige Wien besser charakterisiert als das gegenwärtige…So knüpft sich schwermütige Erinnerung an Vergangenes und frohe Zukunftshoffnung in gleicher Weise an diese neueste Meisterschöpfung Hellmers.“ 

Später wurde das Werk von der Bevölkerung kritisiert; man empfand es als unzeitgemäß und zur untergegangenen Welt des Großbürgertums gehörend. Bereits 1935 wurde die schadhaft gewordene Vergoldung der Statue entfernt. Erst eine 1991 aufgebrachte neuerliche Vergoldung stellte den ursprünglichen Zustand des Denkmals wieder her.

Immer wieder steht das Johann Strauß Denkmal im Zusammenhang mit dem Österreich-Bewusstsein , mit der österreichischen Geschichte. Zu jedem Jubiläum versammeln sich Spitzenpolitiker wie Bundespräsidenten, Bundeskanzler, Bürgermeister von Wien, namhafte Künstler aber auch das einfache Volk und feiern den unvergänglichen Strauß. 

Nach der Enthüllung 1921 erinnerte man sich noch 1925, zum 100. Geburtstag von Johann Strauß, an das große Habsburgerreich. 1949, nach Ende des 2. Weltkrieges, zum 50. Todestag von Johann Strauß, hielt Bundeskanzler Figl eine flammende Rede vor dem Denkmal. Glanzvolle Jubiläen wurden 1967 zu 100 Jahre Donauwalzer und 1975 zum 150. Geburtstag des Walzerkönigs inszeniert. Was wird das Jahr 2025 bringen?